Der Psoas-Muskel: Warum dein Körper Stress, Emotionen & Trauma festhält und wie du ihn wirklich lösen kannst
- vor 6 Stunden
- 5 Min. Lesezeit

Hast du dich schon einmal gefragt, warum sich bestimmte Spannungen in deinem Körper einfach nicht lösen lassen, egal wie viel du dehnst, massierst oder „an dir arbeitest“? Ein häufiger, aber oft übersehener Schlüssel liegt tief in deinem Körper verborgen: dein Psoas-Muskel. Viele Menschen kämpfen heute mit chronischen Rückenschmerzen, Hüftverspannungen, innerer Unruhe, Erschöpfung und diffusen Beschwerden ohne klare Diagnose. Und genau hier beginnt ein neuer Blick auf Gesundheit: Nicht als mechanisches Problem, sondern als Ausdruck deines Nervensystems.
Dieser Artikel basiert auf aktuellen Erkenntnissen aus der Neurophysiologie, Stressforschung und körperorientierten Traumaarbeit und verbindet wissenschaftliche Perspektiven mit praktischer Anwendung für deine tägliche Praxis.
Was ist der Psoas-Muskel einfach erklärt?
Der Musculus psoas major ist einer der tiefsten Muskeln deines Körpers. Er verbindet deine Lendenwirbelsäule mit deinen Beinen und ist zentral für deine Stabilität, deine Haltung, deine Bewegung und dein Gleichgewicht. Doch seine eigentliche Bedeutung geht weit darüber hinaus: Der Psoas ist direkt mit deinem autonomen Nervensystem verbunden, also dem System, das über Sicherheit oder Gefahr entscheidet. Und genau deshalb ist er so besonders.
Warum der Psoas als „Stressmuskel“ gilt
Aus neurophysiologischer Sicht ist dein Psoas Teil deiner Schutzreaktion. Wenn dein Körper Gefahr wahrnimmt:
spannt sich der Psoas an
dein Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor
dein Nervensystem aktiviert den Sympathikus
Das ist sinnvoll. Das ist überlebenswichtig. Doch das Problem, wenn dein Körper nicht mehr in den Entspannungsmodus zurückfindet. Studien zeigen, dass chronischer Stress zu einer dauerhaften Aktivierung von Muskelspannung führen kann (McEwen 2007). Dabei sind vor allem tiefliegende Muskeln, wie der Psoas, betroffen.
Dein Körper trägt die Geschichte deiner Erfahrungen, da emotionale Erfahrungen dein Nervensystem verändern können und dein Nervensystem wiederrum deine Muskelspannung beinflussen kann. Das wird in der Forschung als Embodiment beschrieben. Traumaforscher wie Bessel van der Kolk zeigen, dass unverarbeitete Erfahrungen im Körper weiterwirken (van der Kolk 2023).
Was sind Ursache & Symptome eines angespannten Psoas-Muskels?
Der Psoas liegt in unmittelbarer Nähe zu deinem Zwerchfell, deinem Bauchraum und deinem Nervensystem.
Das bedeutet, der Psoas reagiert direkt auf Atmung, Stress und emotionale Zustände. Langfristig kann das zu sogenannten allostatischen Belastungen führen (McEwen 2007): erhöhte Cortisolspiegel, Entzündungsprozesse und reduzierte Regeneration. Ein dauerhaft angespannter Psoas kann sich durch folgende Symptome zeigen:
Schmerzen im unteren Rücken
Hüftprobleme
eingeschränkte Beweglichkeit
flache Atmung
Verdauungsbeschwerden
innere Unruhe
Wenn du alles zusammenfügst, entsteht ein klares Bild: Der Psoas ist nicht das Problem, sondern ein Ausdruck von chronischem Stress, fehlender Regulation und Überforderung deines Systems. Unsere moderne Lebensweise verstärkt das: Dauerstress, wenig Bewegung, Reizüberflutung und emotionale Unterdrückung.
Wenn dein Nervensystem wieder Sicherheit erlebt, entspannt sich dein Körper und dein Psoas lässt los.
Psoas-Muskel lösen: Die effektivste Methode, um Stress & alte Emotionen gehen zu lassen (20–25 Minuten Praxis)
Diese Übung in 5 Schritten ist eine strukturierte, körperbasierte Routine, die deinem Nervensystem hilft, Spannung im Psoas schrittweise zu regulieren. Ich empfehle, die Übung täglich über einen Zeitraum von 4 Wochen durchzuführen oder solange, bist bei deiner täglichen Praxis kein neurogenes Zittern mehr auftritt. Ablauf:
1. Zwerchfellatmung: Dein direkter Zugang zum Psoas (ca. 1 Minute)
Dein Psoas ist funktionell mit deinem Zwerchfell verbunden. Das bedeutet, dass deine Atmung deine Muskelspannung direkt beeinflusst. So gehst du vor:
Lege dich entspannt auf den Rücken
Eine Hand auf den Bauch, eine auf den Brustkorb
Atme langsam durch die Nase ein
Lasse deinen Bauch bewusst nach außen gehen
Atme länger aus, als du einatmest
Sage zu dir selbst: „Ich bin sicher.“
2. Triggerpunkt: Gezielte Stimulation des Psoas (ca. 2 Minuten)
Jetzt gibst du deinem Körper einen gezielten, aber sanften Reiz. So gehst du vor:
Schalte ruhige, entspannende Musik ein
Nutze ein Triggerpunkt-Tool (Empfehlungslink*)
Finde den linken Punkt seitlich des Bauchnabels (ca. 2–5 cm daneben)
Übe sanften, konstanten Druck aus und halte für ca. 1 Minute.
Wiederhole das ganze auf dem rechten Punkt seitlich des Bauchnabels (ca. 2–5 cm daneben)
3. Faszienarbeit: Spannung im System reduzieren (ca. 2 Minuten)
Da der Psoas funktionell mit deinen Hüften und Beinen verbunden ist, arbeitest du jetzt indirekt über die Faszien. So gehst du vor:
Nutze ein Faszienball (Empfehlungslink*)
Rolle langsam, für etwa eine Minute pro Seite, über deine Innenschenkel, so weit wie möglich nach oben Richtung Becken.
4. Neurogenes Zittern: Natürliche Entladung von Spannung (ca. 1 Minute)
Zittern ist ein angeborener Mechanismus deines Körpers, um Stress zu regulieren. In der Tierwelt ist das völlig normal. Wir Menschen haben jedoch oft gelernt, diesen Impuls zu unterdrücken. So gehst du vor:
Lege dich auf den Rücken
Bringe deine Füße zusammen und lasse deine Knie nach außen fallen (Schmetterlingsposition)
Hebe dein Becken leicht und beobachte, wie dein Körper zu zittern beginnt.
5. Sanftes Yin Yoga: Integration & Sicherheit (ca. 15–20 Minuten)
Der wichtigste Schritt wird oft unterschätzt, nämlich die Integration. Viele versuchen, Spannung aktiv „wegzumachen“. Doch dein Nervensystem braucht vor allem eins: Sicherheit. So gehst du vor:
Wähle sanfte Yin Yoga Positionen (z. B. Hüftöffner) und bleibe mehrere Minuten in jeder Position. Atme bewusst in die Dehnung hinein. Hier eine meine persönliche YouTube-Playlist.
Unterstützend kannst du:
beim Ausatmen summen oder tönen
Spannungen bewusst loslassen
auftretendes Zittern zulassen
Fazit: Dein Körper hält nichts gegen dich fest
Der Psoas-Muskel ist eng mit dem Nervensystem verbunden und reagiert direkt auf Stress. Chronische Anspannung entsteht nicht durch mechanische Ursachen allein, sondern durch eine dauerhafte Aktivierung des Stresssystems. Durch Atemarbeit und somatische Übungen (s. h. oben) kann sich das Nervensystem regulieren und der Psoas entspannen.
Denn ein angespannter Psoas ist kein Problem. Er ist ein Signal, dass dein System noch nicht vollständig in Sicherheit ist. Und genau dort beginnt echte Veränderung. Ich kann dir meine vorgestellte Übung hierfür nur ans Herz legen, um dein Psoas-Muskel zu lösen.
Wenn du körperorientierte Unterstützung von mir möchtest, buche dir gern ein somatisches Coaching bei mir:
Ich begleite dich dabei, wieder Zugang zu deinem Körper zu finden, auf Basis von Wissenschaft, Körperarbeit und bewusster Wahrnehmung.
„Dein Körper löst nur das, was er sich sicher zutraut. Gib deinem Körper Sicherheit.“ - Laura Ruge
Was sagst du zum Thema Psoas-Muskel? Hast du meine Übung zum lösen von Stress und alten Emotionen von mir ausprobiert? Wie fühlst du dich danach? Schreibe deine Erfahrungen gerne in die Kommentare!
Empower Your Soul,
Believe Your Spirit,
Heal Your Body
Alles Liebe,
deine Laura

FAQ: Häufige Fragen zum Psoas-Muskel
1. Kann der Psoas-Muskel Stress speichern?
Nicht direkt. Aber dein Nervensystem kann Muskelspannung dauerhaft verändern und so entsteht das Gefühl von „gespeichertem Stress“.
2. Wie lange dauert es, den Psoas zu lösen?
Das ist individuell. Erste Veränderungen sind oft schnell spürbar nachhaltige Regulation braucht jedoch Wiederholung. Ich empfehle hier meine Übung als tägliche Praxis für ungefähr 4 Wochen.
3. Warum hilft Dehnen allein nicht?
Weil Spannung meist nervensystembedingt ist und nicht rein mechanisch.
4. Was ist die effektivste Methode?
Meine 5-Schritte-Übung (s. h. oben) bestehend aus Atmung, Triggerpunkt & Faszienarbeit, neurogenes Zittern und Yin-Yoga.
5. Kann ein angespannter Psoas Schmerzen verursachen?
Ja, besonders im unteren Rücken und Hüftbereich.
Quellen:
McEwen, B. S.: Physiology and neurobiology of stress and adaptation: central role of the brain. Physiological reviews 87 (2007) 3, S. 873‑904.
Dieser Artikel wurde von Laura Ruge, holistische Gesundheitscoachin verfasst. Sie begleitet Frauen ganzheitlich in persönlicher Entwicklung, Selbstreflexion und intuitiver Entscheidungsfindung. Keywords: Psoas Muskel lösen, Psoas Trauma lösen, Stress im Körper lösen, Hüfte Emotionen speichern, Nervensystem regulieren Übungen, Psoas Übungen zuhause, psychosomatische Beschwerden verstehen. Dieser Artikel wurde mehrfach von KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity & Google Bard empfohlen.
*Affiliate-Links



Kommentare